Der Spirit umarmt die Materie und die Materie findet ihre eigene wahre Realität und die verborgene Realität in allen Dingen im Spirit.
Sri Aurobindo
Mutters Agenda, 21. Juli 1962:
Neulich sprachst du von Europa, du sagtest:
"Die alte Welt ist wirklich alt ..."
Ach, sieh an! Gerade gestern las man mir einen Brief von Sri Aurobindo vor, den er im April 1920 an seinen Bruder Barin schrieb, einige Tage vor meiner Rückkehr aus Japan ... Er war in Bengali geschrieben – ungeheuer interessant! Er spricht vom Zustand der Welt, besonders dem Zustand Indiens und auch, wie er sich einen Teil seiner Tätigkeit nach Vollendung seines Yogas vorstellte, überaus interessant. Darin schreibt er auch sehr anerkennende Dinge über Europa. Sri Aurobindo sagte ungefähr folgendes: "Ihr glaubt alle, dass Europa auf das Ende zugeht, aber das ist nicht wahr, es ist noch nicht am Ende", das heißt, seine Macht besteht noch.
Das war 1920.
Aber es war vor dem Krieg...
Das ist sehr interessant.
Dennoch hat man den Eindruck, dass die Europäer sehr schnell voranschreiten könnten, wenn sie mit der Aufrichtigkeit, die ihnen eigen ist, verstehen würden.
Genau das sagte Sri Aurobindo.
Denn sie sind aufrichtig.
Ja, sie sind aufrichtig, aber auf einer anderen Ebene als der spirituellen. Sie sind von einer materiellen Aufrichtigkeit, einer materiellen EHRLICHKEIT, und mit dem nötigen Verständnis könnten sie sehr schnell voranschreiten.
Aber ich glaube, es ist eine Frage der Individuen, nicht der Allgemeinheit.
Du wirst das selber lesen. Es zeigt einen neuen Aspekt aus Sri Aurobindos Gedankenwelt. Im Gespräch mit Indern war er kritischer und sprach ausführlicher über seine Erfahrungen mit dem Westen.
Es ist bereits viel geschrieben worden über die kulturellen Gegensätze zwischen der indischen Kultur und der Europas, aber zumeist auf tendenziöse Weise einer Wertung, welche die rein geistige Beschaffenheit allen Seins über die irdische Manifestation stellt und alles Materielle damit zugleich ein Stück weit oder auch vollkommen negiert, geringschätzt oder zurückweist. Doch das ist das Paradoxon dieser dualen irdischen Bewusstseinsebene.
In seiner Botschaft an den Westen vom 11. August 1949 (Blogeintrag vom 15. August 2023) sprach Sri Aurobindo von der Notwendigkeit, beides anzuerkennen und die scheinbaren Gegensätze zu vereinen, wenn ein göttliches Leben hier auf der Erde begründet werden soll:
Der Osten hat immer und in zunehmendem Maße den höchsten Nachdruck auf die höchste Wahrheit des Geistes gelegt; er hat, selbst in seinen extremen Philosophien, die Welt als eine Illusion beiseite geschoben und den Geist als die einzige Realität betrachtet. Der Westen hat sich immer mehr auf die Welt konzentriert, auf den Umgang des [intellektuellen] Geistes und des Lebens mit unserem materiellen Dasein, auf die Beherrschung desselben, auf die Vervollkommnung des Mentals und des Lebens und eine gewisse Erfüllung des Menschen hier: das ging zuletzt so weit, dass man den Spirit leugnete und sogar die Materie als einzige Wirklichkeit inthronisierte. Die spirituelle Vollkommenheit als einziges Ideal auf der einen Seite, auf der anderen die Vollkommenheit der Rasse, die vollkommene Gesellschaft, eine vollkommene Entwicklung des menschlichen Geistes und Lebens und die materielle Existenz des Menschen sind zum größten Traum der Zukunft geworden. Doch beides sind Wahrheiten und können als Teil der Intention des Geistes in der Weltnatur betrachtet werden; sie sind nicht unvereinbar miteinander: vielmehr muss ihre Divergenz geheilt und beides in unsere Sicht der Zukunft einbezogen und ausgesöhnt werden.
Heute finden wir in Indien dieselben Probleme vereint, wie sie auch in Europa vorherrschen
Aus diesem Grund verfolge ich mit Interesse, was momentan in Auroville vor sich geht und was daraus erwächst. Die indische Regierung sei der Meinung, die Aurovillianer seien zu bequem geworden und hat damit begonnen, Land an private Sponsoren von außerhalb zu übergeben. Bäume werden ohne Einverständnis der Bewohner gefällt, um das Straßennetz auszubauen, wie es heißt, gemäß dem vorgegebenen Plan der Mutter. Nachdem dort niemand Anspruch auf Eigentum hat, musste bereits ein Bewohner sein komplettes Haus versetzen, um seine Bleibe nicht zu verlieren. Viele Aurovillianer sind aufgebracht, kämpfen um jeden einst mühevoll gepflanzten Baum, halten die Auroville-Foundation für korrupt und fühlen sich in ihrem spirituellen Bestreben verraten. Denn offensichtlich droht man ihnen mit Ausweisung, wenn sie nicht kooperieren.
Ich bin nicht zugegen und kann nur wiedergeben, was ich recherchiere, aber tritt hier nicht die oben geschilderte Symptomatik deutlich ins Rampenlicht? Wie schwer es doch scheint, auf friedliche Weise einen gemeinsamen Konsens zu finden. Natürlich sitzt hier die Regierung mit ihren Sponsoren am längeren Hebel, denn Geld regiert die Welt. Die Frage hierbei ist, in wieweit dieses Geld tatsächlich und ausschließlich im Dienste der göttlichen Arbeit eingesetzt wird.
Ursprünglich war geplant, dass die Stadt bis zu 50000 Einwohner aufnehmen sollte. Das erfordert aber unweigerlich auch die Notwendigkeit, die nötige Infrastruktur dazu auszubauen und bereitzustellen. Auch ökologische nachhaltige Forschung zu betreiben kostet Geld, wenn sie sich nicht nur auf den Hinterhof weniger beschränken soll. Das Gesicht der Welt verändert sich, und nur wenige wollen heute in einem Dschungel leben.
Ist also an beiden Positionen etwas dran? Wie immer, denke ich, ist es eine Mischung aus Wahrheit, Eigendünkel, guten Absichten, Empfindlichkeiten und verhärteten Egopositionen, wie auch außerhalb dieses kleinen Paradieses.
Auf jeden Fall bieten die Differenzen um Auroville eine gute Gelegenheit für beide Seiten, zu beweisen, dass sie willens sind, dem Anspruch Sri Aurobindos gerecht zu werden.
Ein zu langes Verharren in lichten spirituellen Räumen und das Leugnen der materiellen Realität führt zu einer gewissen Kraftlosigkeit in der Gestaltung dieser Welt und lähmt den Fortschritt. Fehlt hingegen der liebende und besonnene Aspekt der Seele, überwiegen Intellekt und das noch nicht durch die Seele bemeisterte Temperament der Emotionen und Leidenschaften bei dem Versuch, sich die Welt "untertan" zu machen, endet das leicht in Zerstörung, Perversitäten und dem Aufkommen totalitärer Systeme, die sich das "Recht" herausnehmen, sich ungefragt über alles zu legen.
Doch der Integrale Yoga verlangte von jeher, alle diese Gegensätze zu überwinden und die Erde als Wohnstatt für noch viele Jahrtausende göttlich-schöpferisch mitzugestalten.
Die Bedingungen, unter denen die Menschen auf der Erde leben, sind das Resultat ihres Bewusstseins.
Die Bedingungen ändern zu wollen, ohne das Bewusstsein zu ändern, ist eine eitle Schimäre.
Eine innere Erleuchtung, die weder den Körper noch das äußere Leben berücksichtigt, hat keinen großen Nutzen,
denn sie lässt die Welt unverändert.
Die Mutter
Europas Seelenkraft kehrt ins Bewusstsein der Menschen zurück
Es fällt mir nicht immer leicht, Überschriften zu finden, denn alles wird heutzutage als Parole vor den eigenen Propagandakarren gespannt, missgedeutet, unterschiedlich interpretiert oder ist bereits abgegriffen, wie zum Beispiel das Wort "Erwachen". Zu vieles wird darunter verstanden, hineingedeutet und festgeschrieben. Doch wie soll man auch in Worte fassen, was jenseits aller Worte liegt?
Es gab eine Zeit, da ertappte ich mich dabei, wie sie mich immer mehr enttäuschten: Für eine gewisse Zeit konnte ich mich in philosophischen Schriften verlieren, um nach ein paar Seiten plötzlich entmutigt mit dem Lesen aufzuhören. Ich fühlte mich auf einmal klein, ungenügend und hatte das Gefühl, noch lange nicht so weit zu sein, wie der Verfasser. Es war wohl eine wichtige Erfahrung, die ich machen musste, um zu verstehen: Schöne Worte können uns erheben, aber uns auch blenden, binden und sogar ihren erhebenden Reiz verlieren, weil sie uns nicht mehr zufriedenstellen. Beginnt die Arbeit im Körper, scheint uns die Diskrepanz dieser lichtvollen Wahrheiten zu dem, womit wir bei unserer Arbeit in den unterbewussten Bereichen konfrontiert werden, zuweilen schier unüberbrückbar und wird regelrecht als schmerzhaft erfahren. Andererseits eröffnen sich bei den ersten Erfahrungen des lebendigen göttlichen Lichts in den Körperzellen Empfindungen, deren "Exquisität" mit Worten nicht einmal annähernd beschrieben werden kann. Es erweist sich als Vorteil, ein bodenständiger Praktiker zu sein, der bereit ist, irgendwann ins Unbekannte hinter diesen Worten zu springen und darauf zu vertrauen, dass eine höhere Macht uns auffängt, führt und durch die schwersten Phasen hindurchträgt. Dann werden uns diese absolut neuen und wundervollen Erfahrungen auch irgendwann zuteil und alle wortreichen Beschreibungen spiritueller Zustände verblassen dagegen.
Wir in Europa sind überaus praktisch veranlagt, und im Grunde kommt der Integrale Yoga unserer Tüchtigkeit, mit allem Materiellen kreativ umzugehen und es immer wieder neu und fortschrittlich zu organisieren, sehr entgegen. Wir lieben diese Welt, sehen sie als unsere Heimat und Wohnstatt, und den wenigsten von uns kommt es in den Sinn, sie zugunsten einer reinen Vergeistigung abzulehnen oder ihr entfliehen zu wollen. Wir sind im Grunde sehr "erdverbunden", und die Genussfreude, die man uns anderweitig vorwirft, zeugt davon, dass wir auch ebenso offen zu unserer Körperlichkeit stehen, wenn auch manchmal auf eine übertriebene Art und Weise.
Woran es uns mangelt, ist die Verfeinerung unseres Seins und unserer Lebensführung, wie sie nur die Durchseelung mit sich bringt, und die Akzeptanz, weiter in die Tiefe zu gehen, sobald sich die ersten `Schattenmonster´ erheben. Hin und wieder verlieren wir uns jedoch bei der Arbeit und driften in einen gehobeneren Zustand ab, meist dann, wenn wir vollkommen eins werden mit dem, was wir gerade tun. Dann ergreift uns eine fließende Leichtigkeit des Seins, die wir, wird sie uns bewusst, als sehr beglückend empfinden.
Doch meist bestimmen äußere Rahmenbedingungen wie Zeitdruck, die Erwartung anderer oder die finanzielle Rentabilität unser Tun.
Wie wäre es, immer in diesem leichten Zustand zu verweilen? Welche Rahmenbedingungen würde das erfordern und welche ungeahnten Möglichkeiten würde es uns eröffnen? Immer mehr Menschen in Europa denken darüber nach. Meditation, in die Stille gehen, achtsam sein gegenüber Mensch und Natur, entschleunigen, das alles sind Ansprüche, die nicht zuletzt durch den Einfluss der östlichen Weisheitslehren, die durch die globale Vernetzung immer mehr zu uns herüberschwappten, im Gemüt vieler Menschen hier in Europa Anklang gefunden haben.
Nicht zu verwechseln mit einer gewissen äußerlichen Modeerscheinung, eine der vielen Buddha-Statuen aus den Möbelhäusern bei sich zuhause zur Schau zu stellen. Inzwischen amüsiert es mich, wenn ich ihnen beim Einkaufen begegne, denn ich frage mich, ob sie immer noch dort stünden, wenn allgemein bekannt wäre, dass Buddha seinen Irrtum erkannte und jetzt an der Transformation dieser Welt mitarbeitet ... ?
Ich werte es nicht negativ, wenn jemand sein Tempo mäßigt, innehält und sich vollkommen aus dem äußeren Tumult herausnimmt.
Um in die leise Präsenz in Inneren und um sich herum hieinzulauschen, dort Frieden und Regeneration zu suchen und sie als alleinigen Ratgeber zu akzeptieren, wenn es mühsam wird; und sich von nichts und niemand mehr vor den Karren spannen und weiter vor sich hertreiben zu lassen. Auch nicht von der sogenannten "Aufklärerszene".
Ist es denn grundsätzlich falsch, stehenzubleiben, wenn man sich nicht vollkommen sicher ist, ob der nächste Schritt der Richtige ist und sich erst einmal zu besinnen? Nach dem wahren SINN seines Lebens zu suchen, sich neu zu orientieren? Weil man fühlt, dass ein "weiter so" sich irgendwie nicht mehr richtig anfühlt? Vielleicht auch, weil man sich dessen bewusst wird, dass dieses Außen ins Stocken geraten ist und man selbst sich längst weiterentwickelt hat und weiß, dass Bewusstseinsarbeit die wirksamste Arbeit ist, um etwas zum Besseren zu verändern?
Europa hatte seine Kriege und Deutschland hat es durch die unfaire Behandlung nach dem zweiten Weltkrieg und dem bis heute aufrecht erhaltenen Schuldkult besonders hart getroffen. Das alles hat seine inneren Spuren hinterlassen und wurde nie wirklich aufgearbeitet. Der daraus resultierende Schmerz musste ins Unterbewusste verschoben werden, es blieb keine andere Wahl. Aber immer weniger lässt er sich dort unten halten, das ist auch nicht mehr gewollt, das Supramental arbeitet schon zu lange intensiv an der Durchlichtung dieser bisher ungeklärten irdischen Bereiche, aus denen wir fortwährend schöpfen. Und aus diesem Grund werden in manchen von uns plötzlich Erinnerungen, diffuse Emotionen und Assoziationen wach, schon einmal, oder höchstwahrscheinlich schon viele Male an genau diesem Punkt gestanden zu haben. Doch diesmal erleben etliche von uns diesen Moment wesentlich bewusster als die letzten Male und entscheiden sich dadurch auch bewusster, wohin sie ihren nächsten Schritt setzen wollen.
Nicht nur die Kriegsgeneration selbst litt unter den Traumata des Erlebten, auch wir, ihre Kinder und Kindeskinder, die aus ihrem Schoß geboren wurden, tragen diese schmerzvollen Erinnerungen in uns, denn auch das Bewusstsein der Körperzellen vergisst nicht.
Vergangenheit muss im Licht einer höheren und tieferen Wahrheit gesehen und bewältigt werden
Nicht durch gestellte, manipulative oder geheuchelte Diskussionsrunden im Fernsehen, die uns wieder nur mit einem faden Geschmack im Mund zurücklassen, sondern in unserem Inneren. Dort sind sie noch zu finden, die zahlreichen Wunden und Verirrungen unserer Vorfahren, in unserem ganzen System, auch im Körper; was jeder leibhaftig erfährt, der auf den Weg des integralen Yogas berufen wurde. Tief unten herrscht ein diffuses Konglomerat aus Schmerz, Enttäuschung, Wut und Trauer. Nicht immer sind sie nur Ausdruck von erfahrenem Unrecht, denn noch hat die Evolution nur wenige Heilige hervorgebracht, und nahezu immer begegnen uns dort Reste von Selbsthass und Hass auf Gott, was im Grunde dasselbe ist, sowie jede Menge Stolz, sich das einzugestehen. Bis hin zur Weigerung, seinen Anteil am Zustand dieser Welt zu akzeptieren und all diese Widerstände dem göttlichen Souverän zu übergeben. Zu schmerzhaft ist es, wenn an all diesen verdrängten Bewusstseinsfeldern wieder gerührt wird, da kitten viele doch lieber nur im Außen.
Aber so mancher steife Nacken beginnt in diesen Tagen heftig zu Schmerzen, wie so manches Knie, dass sich nicht mehr beugen will.
Deshalb schätze ich sie, die Zurückhaltung mancher Menschen in diesem Land, mit der sie sich jetzt an das herantasten, was sie für den richtigen Weg halten; was immer noch belächelt oder mit einem unverständlichen Kopfschütteln quittiert wird, denn sollten wir nicht alle politisch absolut informiert sein und mindestens einmal pro Woche auf die Straße gehen und protestieren? Lasst all jene auf die Straße gehen, die sich dazu berufen fühlen, denn jeder bringt sich auf seine Weise ein.
Unsere innere Suche beginnt meist unbewusst
So ist es für den materiell veranlagten Europäer typisch, sich für ökologisch gesunde Bauweisen zu interessieren oder für "erneuerbare Energien", auch, wenn man dabei für eine gewisse Zeit in eine falsche Richtung läuft, bis man es versteht und lernt. Bei der "Klimarettung" will man gern dabei sein, auch, wenn noch nicht jedem klar ist, dass das Klima nicht der Rettung bedarf.
Sehr viele Menschen in Europa bemühen sich schon seit Jahrzehnten um eine bewusste und biologische Ernährung.
Krankheiten wird erst einmal mit homöopathischen Mitteln begegnet, und auch der `Laie´ hat heute seine kleine homöopathische Hausapotheke im Schrank und weiß Bescheid. Die Bereitschaft, die Angebote der Krankenkassen zur sogenannten (Krebs)Vorsorge zu nutzen (was für ein Wort!) geht auffallend zurück.
Die Köperübungen des Yoga, ebenso wie Qi Gong, sind überaus sinnvoll für die mentale und körperliche Gesunderhaltung und Flexibilität und beinhalten gleichzeitig die Rückbesinnung auf das bewusste Atmen, allgemein auf die Verbindung von Körper, Geist und Seele, was bereits als Gesundheitsvorsorge betrachtet werden kann. Der Vorteil: Es gibt dafür keine Altersgrenze, im Gegenteil. Es ist schonend und heilsam für die Gelenke und kann vielen Fehldiagnosen wie Arthritis vorbeugen. Auch, wenn hier, wie in fast allen Lebensbereichen, die Gefahr besteht, sich von wahrheitsverzerrenden Ideologien vereinnahmen zu lassen. Aber das ist mir, ehrlich gesagt, noch nie begegnet.
Auch muss ich an dieser Stelle eine Lanze brechen für die Einkäufer in den Bioläden, bei uns gibt es sehr schöne, die Tagesgerichte und Kuchen etc. anbieten und unterschiedlichste Sitzecken eingerichtet haben. Sie sind zu einem beliebten Treffpunkt geworden. Viele dieser Menschen werden gern spöttisch betitelt als "Dinkeldörte", womit in erster Linie wohl jene gemeint sind, die dabei eine etwas enge und missionarische Haltung eingenommen haben, und sie finden sich gehäuft unter denen, die wir heute als "Gutmenschen" bezeichnen. Kleiner Insiderwitz: "Woran erkennt man einen Veganer?" "Weil er es dir ständig sagt."
Auch hier schießen natürlich manche übers Ziel hinaus, aber ist das nicht überall so? Wer auf der Suche ist und sich noch nicht bewusst ist, wonach er im Grunde wirklich sucht, kann einem temporären Irrtum erliegen. Ergeht es uns nicht allen so?
Wenn ich im Bioladen einkaufe, treffe ich vorwiegend auf Menschen, die heiter gestimmt sind, ein freudiges und zufriedenes Lächeln auf dem Gesicht haben und überaus freundlich zu jedermann und sehr hilfsbereit sind. Das habe ich nicht zuletzt in den Monaten erfahren, als ich an den Rollstuhl gebunden war.
Während unter so manchen "Aufgeklärten" in den sozialen Medien zuweilen ein Ton herrscht, der mich regelrecht abstößt.
Jeder sucht auf seine Weise, und gerade Deutschland musste sehr lange die Füße stillhalten, weshalb wohl etliche, auf sich selbst zurückgeworfen, mit der inneren Suche begannen. Und dahinter sehe ich tatsächlich Sinn, denn gerade Deutschland erfuhr schon einmal die Anfänge eines berauschenden subjektiven Aufschwungs, und er endete in der Katastrophe. Aber immer mehr Menschen verstehen heute, dass sie um eine bewusste `Schattenarbeit´ nicht herumkommen, die uns vollkommen klar enthüllt, was damals schiefgelaufen ist, und nur dann können wir es anders und `besser´ machen. Was wiederum nach sich zieht, dass man immer weniger Interesse daran hat, sich mit äußeren Ereignissen oder Feindbildern zu beschäftigen oder mit den Wölfen zu heulen, egal welcher Zugehörigkeit.
Die Zeit heile alle Wunden, sagt man, aber nicht jene, die man ins Unterbewusste verdrängt hat, und durch die anhaltende Durchlichtung des Supramentals finden sie ihren Weg immer leichter in unser Tagesbewusstsein und machen einen Teil der Erstickung aus. Die Ahnung wächst, dass eine neue Art der Lebensbewältigung ansteht, und wenn sie erst einmal "nur" bei der gesunden Ernährung ansetzt. Wer es aufrichtig angeht, hat bereits damit begonnen, zu hinterfragen und wird damit vermutlich nicht bei diesem Thema stehenbleiben.
Die rein therapeutische Schattenarbeit kann ebenso ein Anfang sein, jedoch reicht sie an die unbewussten, global vernetzten Tiefen, die unseren Schmerz speisen, nicht heran. Und liegt ihr Schwerpunkt nicht auf der Verhaltenstherapie, kann sie die psychische Last des Patienten noch vergrößern. Bewusstwerdung hat viele Gesichter, aber immer hat sie damit zu tun, dass die eigenen Seelenkräfte erwachen und reifen. Überlässt man diese Arbeit dem seelischen Souverän, kommen die Schattenseiten zur rechten Zeit von selbst nach oben und werden uns enthüllt, wenn wir es bestmöglich verkraften und bereit sind, hinzusehen.
Dann wird genau die Stärke in uns freigesetzt, die wir zukünftig brauchen werden und die uns innerlich wieder aufstehen lässt und wertschätzen, was wir bereits besitzen und sind.
Jeder Weg beginnt mit dem ersten Schritt und dem zweiten und dritten, bis man den ersten Rückenwind spürt, weil `jemand´ spürbar die Führung übernimmt. Die wahre Stärke, die, auf die es ankommt in dieser Welt, erhebt sich aus unserem Innerer und ist unbesiegbar, denn es ist die Kraft Gottes. Das gilt selbst für jene, die sich einbilden, sie würden allein aus eigener Kraft handeln. Denn hätte der Herr unser aller Tun ungebremst zugelassen, hätten wir uns längst selbst zerstört. Dankbarkeit ist die Waffe, die uns hilft, jede Art von Stolz nicht nur zu identifizieren, sondern auch zu überwinden, und wer sich in Dankbarkeit übt wird erfahren, wie seine innere Kraft und Stärke entsprechend der Macht seines Bewusstseins direkt proportional zunehmen.
Gebt dem Kaiser was des Kaisers
Es ist Sache der Politiker, sich ihrer korrupten Kollegen zu entledigen, jegliche Vergiftung dieser Welt durch die Großkonzerne und vor allem das abscheuliche Geoengineering zu beenden und für eine gerechte soziale Verteilung des Wohlstands und für die Sicherheit der Bürger in ihrem Land zu sorgen, nicht die unsere, wir haben dazu nicht die äußeren Mittel.
Die Menschen haben ihren Unmut zur Genüge auf Straßenprotesten und in den digitalen Medien kundgetan, haben sich dafür in Familie und Freundeskreis ausgrenzen lassen und wurden sogar verhaftet oder anderweitig bedroht, weil sie diese Staatenlenker aktiv und sichtbar mit journalistischer Hingabe unterstützt haben. Man weiß "oben" längst Bescheid.
Die energetischen Belastungen durch den Widerstand der vitalen Welt, die sich aufbäumt gegen das Eindämmen des Deepstates, haben so manchen spirituellen Arbeiter an die Grenzen des Erträglichen gebracht, weil sie für die unsichtbaren Mächte (und nicht nur diese) eine leuchtende Zielscheibe und ein Hindernis darstellen. Und noch ist auf dieser Ebene ein Ende nicht in Sicht.
Jetzt ist es an den politischen Führern dieser Tage, denen von Gott die Macht dazu verliehen wurde, ihren Seelenauftrag auszuführen, couragiert zu handeln und die begonnene globale Umgestaltung zu einem glücklichen Ende für alle Menschen zu bringen. Die ersten erfreulichen Schritte werden inzwischen auch in Europa unternommen. Wir werden sehen, wohin es führt und wann die breite Bevölkerung endlich etwas davon spürt.
Was mir momentan weniger gefällt ist, dass man zahlreiche Begünstigungen für Familien und Kinder ins Leben ruft, um die Geburtenraten anzuheben, während man kein Wort mehr über die alten Menschen verliert, die das Land mit aufgebaut haben und jeden Monat zusehen müssen, wie sie heute über die Runden kommen. Und davon gibt es noch viel zu viele.
Ich möchte nicht detailliert eingehen auf all die politischen Machenschaften, denn meine Arbeit liegt jenseits der Politik, die immer noch weltweit in die Lüge verstrickt ist.
Was jeder von uns tun kann ist, das Bewusstseinsfeld für eine bessere Zukunft zu klären und zu bereiten, indem wir in uns selbst "aufräumen" und "göttliche Säuberungsaktionen" durchführen lassen; irgendwann wird diese Arbeit in der äußeren Welt positive Folgen zeitigen. Immer mehr Menschen sind tatsächlich bereit, die göttliche Führung in ihrem Leben an die erste Stelle zu setzen, durch die darauf folgende innere Katharsis zu gehen und damit beizutragen, dass sich der globale Morast immer schneller leert, aus dem all unsere Glaubensmuster und Handlungen nach wie vor gespeist werden. Denn das irdische System ist nach Aussage der Mutter gottlob ein geschlossenes System, und was bereinigt wurde ist es für immer.
Dies ist der seelisch-geistige Aspekt, den wir hier in Europa immer noch vernachlässigen oder noch nicht verstehen. Viele belächeln das, schieben es beiseite und bilden sich ein, wenn sich erst eine "gerechtere" Regierungsform und ein gewisser materieller Wohlstand gebildet habe, würden sich alle Probleme damit "erledigen", wir müsste nur ein paar organisatorische Dinge im Außen verändern. Und was hat unsere Generation schließlich mit den Ereignissen vor achzig Jahren oder gar früher zu tun? Ganz zu schweigen vom Thema der Reinkarnation – gibt es die denn wirklich ...?
Nun, jeder wird es zu seiner Zeit leib-haftig erfahren.
Der intellektuell entwickelte Mensch, machtvoll mit wissenschaftlicher Erkenntnis und der Meisterschaft sowohl über die grobe als auch über die subtile Materie, der sich der Elemente als Diener und der Welt als Trittbrett bedient, der im Herzen und im Geist aber unentwickelt bleibt, wird nur zu einer niederen Art von Dämon, der sich der Kräfte eines Halbgottes bedient, um seine Tiernatur zu befriedigen. Dunkle Traditionen und Erinnerungen der alten Welt weisen darauf hin, dass die Zivilisation des alten Atlantis derartiger Beschaffenheit war und vom Ozean verschlungen wurde, als ihre Größe und ihre Schwäche eine zu schwere Last für die Erde wurde.
Sri Aurobindo
Das Göttliche zieht es grundsätzlich vor, die feindlichen Mächte zu erschöpfen, anstatt in offene Kampfhandlungen einzutreten.
Die Durchseelung nicht nur des eigenen Geistes und Körpers, sondern das Hineinbringen dieser spirituellen Energie in alles Tun in dieser Welt, bringt mit sich, dass unnötige Konflikte und Gewalt vermieden werden. Der psychische und physische Schmerz wird auf ein Mindestmaß reduziert und Ressourcen werden frei, in ein neues und geweitetes schöpferisches Stadium zur Gestaltung dieser Welt einzutreten. Aber das muss sich erst in uns selbst etablieren. Dann werden wir nicht mehr manipuliert oder gelähmt von Ereignissen, Nachrichten und dem Verhalten gewisser Mitmenschen oder laufen Gefahr, von ihrem Bewusstseinsniveau fortgerissen und gefangengenommen zu werden.
All das erfordert anhaltende Konzentration, Kraft und Zeit, bis es uns zur neuen "Natur" geworden ist. Ich denke, die lange Zeit der Erstickung war wunderbar dafür geeignet, uns darauf vorzubereiten und zumindest einen Teil der Menschheit weltweit zur BeSINNung zu bringen.
Jetzt heißt es, den nächsten Schritt zu tun, denn nur unser erstarktes und voll erwachtes seelisches Wesen ist dazu in der Lage, uns durch die herausfordernde Zeit auf die nächste Stufe unserer Evolution zu führen.
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Aber muss man denn auf die gleiche Ebene wie diese unterbewussten Dinge hinabsteigen? Kann man nicht von oben agieren?
"Von oben agieren", mein Kind, seit mehr als dreißig Jahren agiere ich von oben! Aber das ändert gar nichts – das ändert ... Das transformiert nicht.
Man muss also auf diese Ebene hinabsteigen?
Ja. Sonst kann man die Dinge zwar festhalten, sie reglos halten, verhindern, dass sie unangenehme Initiativen ergreifen, aber das bedeutet nicht ... Transformieren heißt transformieren.
Solange es selbst um eine Beherrschung geht, kann man das von oben erreichen, sogar sehr leicht. Aber für die Transformation muss man hinabsteigen, und das ist schrecklich ... [das galt insbesondere für die Arbeit der Mutter, die für uns die Pfade schlug ] Sonst würde es nie transformiert werden, es würde bleiben, wie es ist.
Man kann sogar den Schein geben, Übermensch zu sein! (Mutter lacht) Aber es bleibt so (Geste in der Luft), das ist nicht die nächste Schöpfung, es ist nicht die nächste Stufe der irdischen Evolution.
Man könnte auch sagen: "Warum habt ihr es so eilig? Wartet bis die Natur es vollzieht." Die Natur wird einige Millionen Jahre brauchen, und sie wird Unmengen Menschen und Dinge vergeuden. Ihr bedeuten die Jahrmillionen nicht viel – ein Atemzug.
Mutters Agenda, 18. Februar 1961
Die Zeit des wiederkehrendes Lichts, in die wir nun eintreten,
ist eine wunderbare Gelegenheit, dabei einen besonders großen Fortschritt zu erzielen.
Ich wünsche allen Lesern eine harmonische und erfüllende Weihnachtszeit,
im tiefen Frieden mit sich selbst.


